WanderLust - Reihe: entlang der Parthe - durch Leipzigs Parkanlagen bis nach Taucha (1)


Die jetzige Zeit ist voller Turbulenzen: Lock-Down, zu schnelle Lockerungen, Rassismus nimmt weltweit zu, Tragödie in Amerika, Übergriffe in Stuttgart - nach Stillstand plötzlicher Kollaps von zu vielen Nachrichten, die sich ja schon fast überschlagen. Bei so einen Chaos braucht man ab und zu auch eine Pause und wünscht sich manchmal ein wenig den Stillstand zurück.


Zu Pfingsten habe ich mich freiwillig mal "weggebeamt" und war nach langem - wirklich lang ist es her; damals in der Kindheit häufig mit meinen Großeltern - wandern! Für diesen Augenblick gab es mal kein Corona, keine stürmischen Eilmeldungen, was grad wieder da draußen in der Welt geschieht, kein Whatsapp und kein Generve. Nur ich, mein Wanderweg, die Natur und Stille; naja nicht ganz die Musik der Natur hat mich begleitet auf dem Weg: Vogelgezwitscher, Pferdegewieher, das Rauschen des Flusses und des Windes.

Es hat sich einfach gut angefühlt! Und es hat auf alle Fälle Wiederholungsbedarf und Vorsicht auch Suchtpotenzial!

Aber nun möchte ich Euch mehr erzählen von meiner Wandertour zu Pfingsten.


eine Wanderung entlang der Parthe


Die Parthe

Die Parthe ist ein Fluss in Sachsen. Sie entspringt zwischen Colditz und Bad Lausick und fließt u.a. durch Grimma und Taucha bis sie in Leipzig hinter dem Leipziger Zoo in die Weiße Elster mündet. Entlang des Flusslaufes schlingelt sich auch ein Wander- sowie auch ein Radweg.


Die Parthe

Ich bin am Pfingstmontag ein Teil des Wanderweges gelaufen. 12,6 km bin ich gelaufen - begonnen habe ich meine Wanderung mitten in Leipzig im Mariannenpark und endet hat sie für mich in Taucha. Eigentlich wollte ich noch ein Stück weiter wandern, da ich mich aber zwischenzeitlich auf meinem Weg verlaufen hatte und leider auch noch auf der Tour mein Rucksack kaputt ging und es dann schon am späten Nachmittag war; entschied ich mich meine Tour in Taucha zu beenden und ein anderes Mal fortzusetzen - denn aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Der Parthe - Wanderweg ist ein zertifizierter Wanderweg und somit gibt es auch allerlei Lektüre über diesen eher kleinen Wanderweg (57 km lang) und auch im Internet findet man Beschreibungen für den Weg.

Ich habe mich auch an so eine Beschreibung gehalten, die jedoch an manche Stellen etwas zu ungenau ist und ich mich somit leider auch verlaufen hatte und einer anderen Strecke gefolgt bin, bis ich wieder auf dem "rechten Weg" war.

Der Radweg ist ziemlich gut ausgeschildert; leider ist der Wanderweg nur teilweise ausgeschildert.

Das Zeichen des Wanderweges ist eine Zickzack - Linie, die meist an Bäumen oder Brücken gekennzeichnet wurde.


Meine Wanderung entlang der Parthe am Pfingstmontag


Nach dem Frühstück machte ich mich auf dem Weg zum Mariannenpark. Hier begann ich meine Wanderung. Den Mariannenpark erreichst Du am besten mit der Straßenbahn 1 (Richtung Mockau) bis Stannebeinplatz.


Eingang vom Mariannenpark

Der Park entstand in den frühen 20er Jahren auf einem alten Rittergut. Er lädt zum Entspannen, Sporteln, Rumtoben, Rodeln (im Winter) und Verweilen ein. Nicht nur Liebhaber seltener Pflanzen kommen auf ihre Kosten, sondern auch Sportler und Familien mit ihren Kindern. Denn der Park besitzt nicht nur viele wunderschöne duftende Blumen, sondern auch große Sportfelder, Spielplätze, eine Tummelwiese und einen Rodelberg - an dem man auch vorbei muss, um zum nächsten Park zu gelangen. Der Schlosspark Schönefeld mit Schloss sowie die Kirche und das Grab der Familie von Eberstein wurden mit in den Mariannenpark einbezogen.

Der Schlosspark ist jedoch nur teilweise öffentlich zugänglich.


Schönefelder Park mit Blick zum Schloss

Schlosspark Schönefeld - mit Blick zur Kirche

Danach musste ich eine Straße passieren und dann sah ich zum ersten Mal den Fluss, da durch den sinkenden Wasserspiegel im Leipziger Raum der Flussverlauf zurück ging.



Hier bin ich eine Weile entlang dem Flusslauf gelaufen und habe die Natur und Ruhe genossen.



Bis ich im nächsten Stadtteil angekommen bin: Abtnaundorf. Hier bemerkt man von Leipziger Großstadttummel nicht mehr all zu viel; ruhige Straßen, viel Natur, Reiterhof, wiehernde Pferde und Vögel, die singen - als wäre man gar nicht mehr in Leipzig.


Reiterhof in Abtnaundorf

Über die Reiterallee und die Kiebitzstraße kommt man zum Naturbad Nordost. An dem Tag waren einige Mutige schon zum Textil- aber auch FKK - Baden vor Ort gewesen.


Naturbad Nordost

Im kleinem Lokal "Seeterrasse am Bagger" war ich auf Toilette und habe mir ein Eis geholt, dass ich auf einer Parkbank gemütlich schleckte, bevor ich meine Wanderung weiter führte. In der "Seeterrasse am Bagger" kann man aber auch gemütlich einkehren - deftige regionale Küche wird hier geboten.


Im Stadtteil Thekla angekommen; ging es entlang der Waldemar-Götze-Straße und am Keulenberg in Richtung Portitz. Nachdem ich mich erst verlaufen hatte, ging es weiter auf dem "rechten Weg". Ich unterquerte die BAB A14. Danach kam ich an der Portitzmühle und dem Herrenhaus vorbei.

Die ehemalige Wassermühle wurde 1823 erbaut und war bis 1904 im Betrieb.


Portitzmühle

Danach schaute ich mich an der Portitzer Kirche um. Die Portitzer Kirche - im Stil der Neugotik - hatte leider ihre Tore geschlossen, aber auf dem Waldfriedhof kann man auch am Feiertag verweilen.


Die Portitzer Kirche

In Portitz kann man auch einkehren. Eigentlich wollte ich nach dem langen Weg hier eine Rast machen, jedoch hatte leider das Lokal schon zu; aufgrund der Corona - Maßnahmen schließt das Lokal früher. Also lief ich weiter entlang der Straße am Birkenwäldchen.


Nachdem ich die Grundstraße passiert hatte, bin ich endlich im Ortsteil Plaußig angekommen.




Auch hier gibt es einen Gasthof (hinter der Naturstation Plaußig) zum Einkehren; jedoch war auch dieses Lokal leider schon geschlossen. Also lief ich weiter; entlang der Plaußiger Dorfstraße und über den Seegeritzer Weg direkt zum Ortsteil Seegeritz - ein Ortsteil von Taucha. Hier führt ein Weg entlang einer schönen Landschaft, die man unbedingt genießen sollte. Hier ist die Natur noch in ihrer vollsten Schönheit und unberührt geblieben.



Danach läuft man entlang den Plaußiger Weg, Hauptstraße und dem Seegritzer Weg weiter in den Ortsteil Großdorf. Hier entlang der Dorfstraße kommt man am Landgasthof Gut Graßdorf vorbei. Dieses Lokal hatte zum Glück noch geöffnet und ich kehrte hier ein. Das Essen im Landgasthof Gut Graßdorf wird mit frischen regionalen und saisonalen Produkten zubereitet. Die Karte wird nach Saison angepasst; sowie gibt es typische Hausmannskost und Pizza.

Ich habe Schnitzel mit Kartoffeln und weißen Spargel mit Hollandaisesoße gegessen. Das Essen war sehr lecker und das Personal war freundlich - hier fühlte man sich gut aufgehoben.


Im Landgasthof Gut Graßdorf: Schnitzel mit Kartoffeln und weißen Spargel mit Hollandaisesauce

Nach der Stärkung ging es weiter Richtung dem Ortskern von Taucha.


Vom Landgasthof Gut Graßdorf bin ich gerade aus weiter gelaufen bis zum Wiesenweg - hier bog ich ein und unterquerte die Bahnstrecke und wechselte das Flussufer und lief wieder entlang der Parthe.




Durch eine kleine Unterführung wechselte ich die Straßenseite und lief entlang der Kirchstraße in Taucha.


Kirche in Taucha

Ich bog in die Schlossstraße am Rittergut vorbei und war nun fast am Ende meiner Wanderung. Der Wanderweg geht im Stadtpark Taucha weiter Richtung Borsdorf weiter bis nach Beucha; jedoch diesen Abschnitt der Wanderstrecke hebe ich mir für das nächste Mal auf. Im Stadtkern von Taucha angekommen; ging ich zur Straßenbahn und fuhr mit dieser zurück nach Hause. In Taucha fährt die Straßenbahnlinie 3, sowie die S-Bahn Richtung Leipziger Innenstadt.

Mein Feedback zur Wanderstrecke Leipzig Mariannenpark - Taucha des Parthe - Wanderweges


Die positiven Punkte der Wanderstrecke

  • Einige Wege führen durch unberührte Natur und Landschaft; die zur Ruhe und Abschalten einladen.

  • Wanderweg eignet sich gut, um sich zu erholen und die grüne Oase Leipzig zu erleben und zu genießen. Weg lädt ein, die Großstadt mit anderen Augen zu entdecken.

  • Informationstäfelchen geben Auskunft über die historischen Bauten und Parkanlagen. Sie laden zum Entdecken und Verweilen ein.




  • Gute Anbindung um zum Wanderweg zu gelangen.

  • Bücher, sowie Beiträge im Internet zur Wanderroute gibt es genügend.




Die negativen Punkte der Wanderstrecke

  • Wenige Möglichkeiten zum Verschnaufen/Verweilen - kaum Bänke und Rastplätze vorhanden auf der Wanderstrecke.

  • Der Wanderweg war nicht so gut ausgeschildert, wie der Radweg - dass kann dazu führen, dass man sich leider verläuft und vom Weg abweicht.

  • Kaum Möglichkeiten zum Einkehren; auch Übernachtungsmöglichkeiten auf dieser Wanderroute gibt es sehr wenige.

  • Es gibt Wege, die eine ganze Weile auf Straßen lang führen, wo Autos und Radfahrer durch rasen und kaum Rücksicht auf Wanderer nehmen. Besonders hier ist Vorsicht geboten - wer mit Kindern wandert; sollte diese hier nicht aus den Augen verlieren oder noch besser an die Hand nehmen.


Allgemein kann ich den Wanderweg empfehlen. Es lohnt sich aber genügend Verpflegung für unterwegs einzupacken und vorher sich zu erkundigen über die Route, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten!





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