#WinterZuhause: "Lesewinter" - Was Paare zusammenhält (5)

Oft wurde ich schon gefragt, ob ich auf meinem Blog auch über Liebesdingen und persönlichen Erfahrungen berichten kann. Meine Antwort dazu lautete "nein"; da es für mich Themen gibt, die Tabu sind und über die ich eher ungern schreiben möchte u.a. politische Themen, sowie auch Liebesthemen. Außerdem finde ich persönlich, dass mein privates Sex- und Liebesleben mir zu intim ist und ich es ungern mit anderen teilen möchte.


Meine Meinung hat sich dies bezüglich auch nicht geändert. Jedoch kann ich soviel über mein Liebesleben preis geben, dass auch ich kein "Wundermittel" kenne und auch schon in Sachen Liebe und Beziehungsfragen gescheitert bin, somit wäre ich wohl auch eher die schlechte Ansprechpartnerin diesbezüglich. Natürlich lernt man aus Fehlern, doch oft ertappt man sich dann doch wieder den selben Fehler nochmals zu tun und findet wieder keine Lösung.

Auch ich habe schon den einen oder anderen Blog oder Vlog über Liebesthemen besucht, Mitmenschen befragt oder Bücher gewälzt.

Heute möchte ich Euch einen Beziehungsratgeber vorstellen, der bei mir eher auf "Unmut" gestoßen ist.


Überblick zum heutigen Beitrag:

  1. Worum genau geht es in dem Buch?

  2. Meine persönliche Resonanz zum Buch oder warum mich das Buch leicht aufregt?

  3. Gefällt mir / Gefällt mir nicht

  4. Wie Klischees in unserem Leben bestärkt werden

  5. Valentinstag


Hinweis: Dies ist meine persönliche Resonanz zum Buch!


Zum Valentinstag: die ersten Blumen, Kerzenschein, eine Tasse Tee und der Beziehungsratgeber "Was Paare zusammenhält"

  1. Worum genau geht es in dem Buch?

Neben einer "kleinen Beziehungskunde" geht es um alltägliche Fragen, die wir uns oft in einer Beziehung stellen, egal ob wir frisch verliebt sind oder schon einige Jahre zusammen. Es dreht sich um die "üblichen" Beziehungthemen: Sex, Liebe, Toleranz und Gewohnheit.

Ist mangelnde Leidenschaft in der Beziehung nicht schädlich? Ist zu viel Sex gut in einer Beziehung? Wer ist besonders anfällig für Seitensprünge? Was machen Seitensprünge mit uns in einer Beziehung? Gesellt sich gleich und gleich gern? Was ist das Geheimnis von lange währenden Beziehungen und gibt es überhaupt eins? Wie pflege ich meine Beziehung richtig? Diese und weitere Fragen beschäftigen uns in einer Beziehung und auch den Arzt und Bestsellerautor Werner Bartens in dem Buch "Was Paare zusammenhält".

2. Meine persönliche Resonanz zum Buch oder warum mich das Buch leicht aufregt?


Der Einstieg ins Buch beginnt mit einer "kleinen Beziehungskunde". Sie kategorisiert verschiedene Beziehungstypen. Hier kam ich leicht ins schmunzeln, da man Beziehungstypen wieder erkennt, aus Partnerschaften von Freunden und co. oder man selbst findet sich wieder, welchen Beziehungstyp man ist oder war. Dass kann gewiss auch den ein oder anderen verschrecken, da hier sehr ehrlich und offen umgegangen wird, inwieweit so eine Beziehung gut tut oder halten wird. Das es "Beziehungstypen" gibt, die zum Scheitern verurteilt sind, ist nichts neues; doch nicht jeder hat den Mut, dass so direkt anzusprechen, wie es hier der Autor tut. Der Einstieg ins Buch mit einer kurzen Einleitung, wo zu Beginn der Autor Kästner zitiert und der "kleinen Beziehungskunde" ist gut gelungen und macht Lust darauf weiterzulesen.


"Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut).
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leute ein Stock oder Hut."

Erich Kästner


Doch umso weiter ich las, stoß ich auch immer wieder auf Empörung und war kurz davor das Buch wegzuhauen..

Der Autor bedient in dem Buch viele Klischees und engstirnige Rollenmuster.


folgende zitierte Beispiele aus dem Buch:

  • "[...] jene Kellnerinnen mehr Trinkgeld erhalten, die als attraktiver gelten, blond sind, eine beachtliche Oberweite haben oder sich freizügig zeigen." (S.53)

  • "Männchen sind immer promisker als Weibchen." (S.129)

  • "[...] bekocht ihn und sorgt für ihn, kümmert sich um den Haushalt und die Kinder [...]" (S. 145)

  • "Sie hat keinen Orientierungssinn. Sie kann nicht einparken. Sie muss dauernd Schuhe kaufen. [...] Er hingegen: kann nicht zuhören, [...], mag zu hause keine Ordnung halten. Und er denkt immer nur an das eine." (S. 159 f.)

  • [...] nachdem er im Büro war und sie sich um Kinder und Haushalt gekümmert hat." (S. 186)

  • ...

So ein engstirniges Gerede zieht sich durch das ganze Buch, ob so etwas wissenschaftlich belegt ist, bezweifle ich. Es arbeitet bestehende Klischees nur noch intensiver heraus. Beim Lesen des Buches habe ich mich oft gefragt, aus welchem Jahrhundert dieses Buch ist. Doch es entstand wirklich im 21. Jahrhundert (2013); doch könnte man meinen ist der Autor wohl hier noch nicht angekommen und irgendwo im 20. Jahrhundert evtl. in den 40er Jahren stehen geblieben.


An einigen Textstellen widerspricht sich der Autor selbst - Beispiel auf Seite 129 f.:

"Männchen sind immer promisker als Weibchen." Im selben Atemzug schreibt er: "Anfällig für Seitensprünge sind Männer wie Frauen."


Er beschreibt viele wissenschaftliche Studien, jedoch auf persönliche Erkenntnisse oder Erfahrungen geht er nicht drauf ein.

Beispiel: eine Untersuchung über die Erkenntnis, dass Frauen mit rotem Lippenstift für Männer attraktiver erscheinen (S. 54 f.).


Es fängt gut an, in der Mitte reißt es leider ein, doch zum Schluss - endet es gut; mit hilfreichen Tipps zur Beziehungspflege (einen dieser Tipps spreche ich ganz zum Ende an).

3. Gefällt mir / Gefällt mir nicht


Gefällt mir:

  • Der Einstieg ins Buch: Mit einem Zitat von Erich Kästner und einer kurzen allgemeinen und interessanten Einleitung.

  • die "Kleine Beziehungskunde": Die Beziehungstypen werden vom Autor ausführlich dargestellt und beschrieben - wo man sich selbst oder andere Partnerschaften wiedererkennt.

  • Roter Faden: Der Autor geht thematisch und geordnet durch das Buch - in dem er mit dem Finden des passenden Partners anfängt, es weitergeht mit den ersten Phasen des "Verliebtseins" und der prickelnden Leidenschaft, wo auch das Thema Sex und Zärtlichkeiten angesprochen wird, es zum Thema "Durchhalten" kommt und endet mit der Zerrüttung oder wie man diese auch vermeiden kann.

  • Das Ende: Tipps zur Beziehungspflege

Gefällt mir nicht:

  • Wissenschaftliche Fakten: Das Buch basiert nur auf wissenschaftliche Fakten; nicht auf persönliche Erfahrungen oder Erkenntnisse, deshalb ist es sehr ernüchternd zu lesen und manchmal auch unverständlich.

  • Kritischer Blick: Oft wird das Thema "Beziehung" oder "Ehe" vom Autor kritisch beäugt; dass eventuell für Einsteiger ins Thema "Beziehung" und "Liebe" missverstanden werden kann.

  • Rollenmuster: Sehr engstirniger Blick des Autors auf die Rollenverteilung von Mann und Frau. Die Frau steht am Herd, managt den Haushalt und kümmert sich um die Kinder und der Mann ist der Versorger und arbeitet bis spät. In welchem Jahrhundert ist der Autor stehen geblieben?

  • Klischees: Männer bevorzugen Blondies, mit großer Oberweite, gutem Aussehen und wenig Hirn. Frauen gehen täglich shoppen und verstehen nichts von Autos und co. - Zu sehr werden Klischees bestärkt.

  • Beziehung = Mann und Frau: Im Buch geht der Autor nur auf das Beziehungsmuster Mann und Frau ein; was ist mit gleichgeschlechtlichen Paaren; ist ihr Verhalten in einer Beziehung gleich oder anders? Hier rauf nimmt der Autor kein Bezug, auch betont er immer wieder die Unterschiede der Geschlechter und fokussiert sich auf Mann und Frau.

4. Wie Klischees in unserem Leben bestärkt werden


Die Medienwelt verstärkt auch immer noch zu sehr Klischees und Rollenmuster. Noch oft haben wir zu einen engstirnigen und eingefahrenen Blick auf verschiedene Handlungsmuster: sei es bei dem Thema Mann und Frau, Sexualität oder auch Kultur und Religion.

Auch in Zeiten von Corona wird wieder deutlich, dass wir in unserer Gesellschaft nicht weit gekommen sind: meistens wird von den Frauen geredet, die Zuhause die Aufgaben mit den Kindern machen und Mittagessen kochen und nebenbei noch ein bisschen arbeiten. Was ist mit den Männern? Heute gibt es auch viele Männer, die schon Haushalt und co. schmeißen und statt der Frau Zuhause bleiben und die Elternzeit übernehmen; doch oft wird das immer noch in der Gesellschaft hinter vorgehaltenen Mund erzählt und leider auch belächelt.


Wann hört das auf? Hört das überhaupt irgendwann mal auf?


Ich habe ein paar Lieder rausgesucht, die Klischees, die auch im Buch ziemlich oft angesprochen werden, (mit einem Hauch Ironie) bestärken. Tipp: Man sollte die Lieder eher mit einem Schmunzeln betrachten, als zu ernst zu nehmen.

5. Valentinstag


Heute ist "Valentinstag" - "hier muss ich unbedingt meinem Liebsten/meiner Liebsten etwas schenken".

Horror, dieser Kommerzwahn!

Ein Tipp, wo ich den Autor des Buches zustimme: Sei für Deinen Partner da! Nicht nur am sog. "Tag der Verliebten"; denn ehrlich gesagt für Verliebte zählt jeder Tag und pflegen sollte man seine Liebe auch zu jeder Tageszeit und nicht nur am 14.02. Und auch wenn Du nicht "auf Wolke 7 schwebst", dann zählt trotzdem jeder Tag, denke doch an Deine Eltern oder Freunde - hast Du Ihnen schon mal gesagt wie glücklich Du bist, dass es sie gibt und dass sie für Dich da sind? - Generell machen wir dies viel zu wenig. Verlange nicht nur, sondern gebe auch hin und wieder etwas zurück! Dass tut Dir und Deinem Gegenüber gut.

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